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50 Jahre GAEB im Fortschritt der Digitalisierung von Planen und Bauen

01.09.2016

Am 21.9.2016 findet die Festveranstaltung „50 Jahre GAEB“ in Berlin statt. Der Gemeinsame Ausschuss Elektronik im Bauwesen verbindet das interdisziplinäre Denken von Information und Kommunikation für „eine gemeinsame Sprache aller am Bau Beteiligten“. Im digitalen Zeitalter werden so die Anforderungen an eine mensch- und maschinengerechte Sprache für die Vergabe und den Vertrag von Bauleistungen vereint.

Die „Sprache ist das Haus des Seins“. So formulierte es der Philosoph Heidegger 1927 in seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“. Insofern ist das Haus des GAEB die Beschreibung der Bauleistung und deren Datenaustausch. Was für ein Zufall, dass zeitnah 1926 die VOB als „Verdingungsordnung für Bauleistungen“ entstand. Heute bilden GAEB und VOB im DVA ein Ganzes und folglich sind 50 Jahre GAEB auch ein Teil von 90 Jahre VOB. Das Bindeglied sind die Regelwerke, die als „geistige Kräfte zum gemeinsamen Wirken“ von Technikern, Kaufleuten und Juristen befähigen.

Im Bezug zur Technik war dies vor 160 Jahren das Gründungsziel des VDI als Sprachrohr der Ingenieure. Vielmehr stellen aber Verträge wirtschaftliche Beziehungen dar und erfordern eine gemeinsame Sprache von Handelspartnern in Form von nationalen und internationalen Normen und Standards. Für diesen universalen Anspruch wurde vor 99 Jahren der DIN gegründet. Daher werden auch die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen als DIN-Normen der VOB/C und deren Umsetzung im STLB-Bau von DIN herausgegeben.

In dieser ehrwürdigen Tradition ist der 50.Geburtstag des GAEB auch geprägt durch 20 Jahre STLB-Bau. Seit 1996 wurden 77 Leistungsbereiche durch die Arbeitskreise des GAEB aufgestellt, von DIN herausgegeben und mit Dr. Schiller & Partner GmbH datentechnisch umgesetzt, wobei zweimal jährlich eine kontinuierliche Aktualisierung erfolgt. Dabei steht das Haus des GAEB in einer elektronischen Landschaft, welche durch einen epochalen Wandel der Informations- und Kommunikationstechnologien mitgestaltet wird.

„50 Jahre GAEB“ steht für eine gelebte Tradition, die sich „nicht im Aufbewahren der Asche, sondern im Weitertragen der Flamme“ verwirklicht. Umso mehr, weil sich aus der „Elektronik im Bauwesen“ eine fachübergreifende Informatisierung für ein digitales Planen und Bauen entfaltet. Eine konkrete Ausprägung erfahren wir derzeit mit BIM, dem Building Information Modelling als modellbasiertes Arbeiten an Bauwerksinformationsmodellen. Dafür sind die Phasen des GAEB-Datenaustausches und STLB-Bau eine wegweisende digitale Basis.

Besonders hervorzuheben ist dafür die geleistete Arbeit zum Aufbau und der Gliederung von Leistungsverzeichnissen, die im elektronischen Transfer als GAEB-Dateien zum praktischen Alltag vieler Softwarelösungen gehören. Zwischen dem LV-Modell und dem Bauwerksmodell können Beziehungen automatisiert mit STLB-Bau verlinkt werden, die in der Einheit von BIM und Leistungsverzeichnis eine rationelle prozessorientierte Kommunikation ermöglichen.

Noch in diesem Jahr werden wir praktische Anwendungen in Form von gefüllten „BIM-LV-Containern“ nach der bevorstehenden DIN SPEC 91350 „Verlinkter BIM Datenaustausch von Bauwerksinformationsmodellen und Leistungsverzeichnissen“ bereitstellen. Mit der Veröffentlichung durch DIN wird folglich BIM auch durch den GAEB-Geist beflügelt.

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller


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