Die IFC-basierte Mengenermittlung beim zweiseitigen BIM-Datenaustausch

Die IFC-basierte Mengenermittlung beim zweiseitigen BIM-Datenaustausch
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Die IFC-basierte Mengenermittlung beim zweiseitigen BIM-Datenaustausch

01.12.2018
Beim Datenaustausch sind stets zwei beteiligt, die in arbeitsteiligen Prozessen miteinander kommunizieren und mit spezialisierten Applikationen unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Im BIM-Prozess hat das Bauwerksmodell eine zentrale Funktion, da sich in den Arbeitsabläufen beim Planen, Bauen und Betreiben darauf digitale Modelle etlicher Fachdisziplinen beziehen. Das Datenschema und Dateiformat von IFC liefert dafür ein neutrales Bezugssystem in Form eines digital standardisierten Bauwerksmodells nach der DIN EN ISO 16739. Vereint im BIM-Datenaustausch sind modellierte Bauwerksdaten damit sinnvoll und praktisch in voneinander unabhängigen Speichermedien und Softwarelösungen anwendbar.
Mathematisch gesehen ist das digitale Bauwerksmodell ein geometrisches Gebilde, das sich rechnen lässt. Es ist eine faszinierende Welt baufachlich interpretierbarer Zahlen. Ein sehr pragmatisches Anwendungsgebiet bietet dafür die modellbasierte Mengenermittlung. Aus dem Bauwerksmodell lassen sich direkt und indirekt unzählige Mengen ermitteln, die mehr oder weniger in einer IFC-Datei ausgetauscht werden. Die IFC-Mengen sind ausgerechnete Zahlen (1-n Endwerte), wobei der Empfänger nicht weiß, wie der Sender sie berechnet hat. Dafür sollten Standards, wie z. B. die VDI 2552, Blatt 3 die Richtung weisen.
In der Praxis sind die importierten IFC-Mengen für die Kalkulation BIM-basierter Baukosten nur bedingt nutzbar. Sie sind indes nicht an jedem Bauteil verfügbar, weil die exportierende Modellierungssoftware diese Mengen nicht ermittelt oder sie schlichtweg nicht in die IFC-Datei geschrieben hat. Sei es, weil sie übersehen wurden, IFC dafür keinen Platz hatte oder aus welchem Grund auch immer. Für die BIM-Kalkulation ist die IFC-Datei dennoch sehr zeitsparend, weil sie eine digitale Modellvorlage für die Mengen- und Wert-Gerüste der Kostenermittlung liefert. Eine modellbasierte Prüfung der Mengen ist dafür höchst sinnhaft.
Die Mengenermittlung beantwortet die duale Frage nach dem „Wie viel von Was“ respektive dem „Wie viel - Wovon“. Eine Menge ist nicht nur eine ermittelte quantitative Zahl, sondern sie hat immer einen Bezug zu etwas Qualitativem, wobei die Schlüsselbrücke zwischen beidem die Mengeneinheit ist. Somit sind Mengen inhaltgeprägte Zahlen in einer alphanumerischen Form, die sich aus räumlichen Geometrien datenalgorithmisch ableiten lassen. Daher sollte eine IFC-basierte Mengenermittlung nicht nur IFC-Mengen, sondern auch Zusammenhänge zwischen Mengen im Bezug zu Räumen, Bauteilen, Leistungen und Material erfassen. Eine Menge existiert exakt in der Dreieinigkeit von Zahl, Mengeneinheit und Textbeschreibung.
Der Decodierungszauber liegt im Beziehungsgeflecht der BIM-Bauteile. Baubezogen folgen die Mengenbehältnisse und -inhalte aus der Tatsache, dass die räumlichen Bauwerke aus Bauteilen bestehen, welche die Teilleistungen mit beziehungsreichen Einzelkosten (EKT) in Form von Löhnen, Stoffen, Geräten und Sonstiges verursachen. Aus den Bauteilen und ihren Beziehungen leiten sich die Bauwerks-, Bauteil-, Leistungs- und EKT-Bedarfsmengen ab. Die Welt der IFC-Mengen und die Welten der fachmodellbasierten Mengenauslegungen sind über das Mehraugenprinzip am digitalen Bauwerksmodell im Vergleich zu vereinen.
Mit der baufachlichen Beschreibung der Mengen und deren Berechnungsweise werden die Kalkulationsgrundlagen gelegt. Die Bauteileigenschaften in Analogie zur BIM-Klassifikation nach STLB-Bau sind dafür ein digitaler Schlüssel, um die modellbasierte Mengenermittlung mit der alphanumerisch orientierten Arbeitsweise zu verbinden. So können Bauwerksmodelle und Leistungsverzeichnisse automatisiert mit deren Mengen verknüpft werden. In Form von BIM-LV-Containern erfolgt dann ein verlinkter BIM-Datenaustausch. Mit DBD-BIM und DBD-Kostenkalkül wird über die Beziehungsvielfalt der Mengen hierdurch BIM-basiert kalkuliert.
In alter Frische
Ihr Klaus Schiller

Kommentare (0)

Kommentar abgeben:
Name
Überschrift
Kommentar
Bitte geben Sie die Zeichen ein, die rechts im Bild angezeigt werden:
Bitte füllen Sie alle Felder aus. Mit dem Absenden stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten für das Bearbeiten Ihrer Fragen oder Kommentare zu. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise
Suche:

Stichwort-Index:
Jubiläumsausgabe:
Aktuelle Themen:
01.12.2018
Die IFC-basierte Mengenermittlung beim zweiseitigen BIM-Datenaustausch

Die grafische Baukalkulation hat eine große Zukunft - daran glaubt Klaus Schiller seit 20 Jahren. Er will aus Bildern Kostenberechnungen machen.
Interview in bi BauMagazin

 
www.bauprofessor.de - Die neue Suchmaschine für Baufachinformationen Home | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung


 
Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK